Es sollte heißen: Wann soll ich essen?
Auch hier scheiden sich die Geister, und die Gewohnheiten sind bei den meisten Menschen ausschlaggebend. Doch aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese tief eingeprägten Gewohnheiten sich ändern lassen, wenn du merkst, dass es dir dadurch viel besser geht. Fangen wir einmal mit dem Schlafen an. Schlafprobleme sind verbreitet und auch das Phänomen, morgens müder zu sein als am Abend.
Woran könnte das liegen?
Vielleicht daran, dass deine Verdauung nachts arbeiten muss, wo sie doch eigentlich herunterfahren möchte. Hast du schon einmal von der Organ-Uhr des TCM bzw. des Ayurveda gehört? Diese beiden Systeme zeigen hier große Gemeinsamkeiten. Gemäß diesen ist die Aktivität der Organe und Stoffwechselprozesse abhängig vom Tag-/Nachtrhythmus. Die Nacht gehört dem Ausruhen und der Passivität. Und was geschieht, wenn du dich um 21 Uhr mit einer großen Mahlzeit vollstopfst? Das ist so, als wenn du eine Lokomotive auf volle Kraft anheizt und dann in eine Garage stellst.
Du füllst deinen Magen also an und legst dich zu Ruhe nieder. Deine inneren Organe möchten aber auch entspannen und sich reinigen. Genau das tun sie nachts, damit alle Prozesse während des Tages optimal ablaufen können. Mit einer großen schweren Mahlzeit verhinderst du diese wichtige Reinigung und fühlst dich morgens wie erschlagen. Oder du wachst immer zwischen 3 und 4 Uhr auf, weil deine Leber mächtig arbeitet.
Als ich mir das einmal verinnerlicht habe, schob ich mein Abendessen zeitlich nach vorne. Mittlerweile kann ich 17 Uhr das letzte Mal essen und habe überhaupt keinen Hunger mehr, selbst wenn ich noch aktiv bin. Dafür freue ich mich aber auch auf mein Frühstück. Gehörst du zu denen, die morgens nichts essen können? Dann checke doch einmal die Zeit deiner letzten Mahlzeit.
Im TCM und auch Ayurveda ist das Frühstück (am besten ein warmes) eine der wichtigsten Mahlzeiten, weil die Milz, die auch als Mutter der Organe bezeichnet wird, Energie für den Tag braucht. Bekommt sie nichts, kann sie ihre Arbeit nicht verrichten und das wirkt sich auf alle anderen Organe aus. Irgendwie logisch, oder?
Im intermittierenden Fasten wird nicht viel dazu gesagt, solange du im Zeitrahmen der acht Stunden isst. Verschiebst du aber das Essen in Richtung Abend, kann es sein, dass du allein dadurch Probleme bekommst, schlecht schläfst und träumst, vielleicht auch immer mehr zunimmst.
Wenn du spürst, dass dies für dich wichtig sein könnte, dann beschäftige dich einmal mit der Organ-Uhr. Du wirst erfahren, wann welcher Meridian aktiv ist und welche Aufgaben er hat. Oder im Ayurveda lernst du, welche Funktion Vata, Pitta und Kapha haben und wann diese Prinzipien aktiv sind. Und dann geht dir ein Licht auf!
Er gilt immer noch, der Spruch: "Frühstücke wie ein Kaiser, esse mittags wie ein König und abends wie ein Bettler."
