Yoga für Hochsensible

 

Nach der Lektüre des Buches “Die Berufung für Hochsensible” von Luca Rohleder wurde mir klar, dass Yoga ein exzellentes Mittel für diese Personengruppe ist. Dieses Buch empfehle ich übrigens jedem, der von sich meint, hochsensibel zu sein. Es könnte eine Offenbarung sein!

Hier einige Schlüsselsätze daraus:

 

“HSP müssen mehr Reize intellektuell verarbeiten als andere.” (Seite 26)

“HSP müssen ihren Verstand vor Dauerbelastung schützen.” (S. 31)

“Sie haben sich zu erden.” (S.71)

“Sorgen Sie regelmäßig dafür, Außenreize zu minimieren.” (S. 85)

“Sie können sich nur wohlfühlen, wenn Sie im jetzt leben.” (S.123)

 

Hochsensible Personen sind nicht nur besonderes empfindsam und empfänglich für Außrenreize; sie neigen oft dazu, sich selber zu überfordern, da sie einen Hang zum Perfektionismus und Leistungsdruck haben. Und eh sie es merken, sind sie überlastet oder gar ausgebrannt. Dazu sollte es aber nicht kommen. Für hochsensible Menschen ist es außerordentlich wichtig, sich in die Stille zurückzuziehen, den Geist leer zu bekommen, tief zu entspannen. Essentiell sind regelmäßige Ruhepausen, die ermöglichen, dass die Fülle der Sinneseindrücke verarbeitet werden kann. Oft reicht der Schlaf oder die Qualität des Schlafes für eine Regeneration nicht aus.

Nachdem ich selber zum Personenkreis der HSP gehöre und seit 30 Jahren Yoga praktiziere, weiß ich, dass ich es ohne Meditation und zentrierende Übungen nicht geschafft hätte, mein Leben zu meistern. Aus einem inneren Bedürfnis heraus habe ich mich täglich zentriert, in die äußere und innere Stille begeben. Dadurch konnte ich erreichen, dass mein Denken herunterfährt und meine Energievorräte wieder aufgefüllt werden.

Natürlich kann Yoga auch mit großem Ehrgeiz betrieben werden, als Fitnessmethode, Körperakrobatik oder moderner Lifestyle. Es sieht toll aus und macht was her. Das aber würde wieder Leistungsdenken und Perfektionismus fördern. Es hätte auch nicht viel mit dem ursprünglichen Spirit des Yoga zu tun.

 

Hochsensible sollten Yoga ruhig, achtsam und mit nach innen gerichteter Aufmerksamkeit ausüben. Es geht nicht darum, körperliche Grenzen zu sprengen, sondern sie sanft zu erweitern. Aus dem inneren Gewahrsein heraus, dass der Körper nachgibt, wenn man ihm die Zeit lässt. Eine Yogaeinheit mit viel Ruhe, Konzentration auf den Atem und Leichtigkeit wird empfindsamen Naturen nicht nur ermöglichen, Balance zwischen Innen und Außen zu schaffen, sondern auch den Geist zu fokussieren und mit Frieden zu erfüllen.

Für viele Menschen mag die konzentrierte Stille der Meditation schwer zu erreichen sein. Yogaübungen, die im rechten Geist ausgeführt werden, können zum selben Ziel führen: sich im Körper ganz zuhause zu fühlen, geerdet zu sein, den Fokus vom Kopf in den Körper zu lenken.

 

Der Weg ist das Ziel.